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Geometrie der Kabbala

Hallo zusammen,
falls euch der kabbalistische Baum der Sephiroth (Etz Chaim) fasziniert und ihr nach einer klaren, strukturierten Analyse sucht, könnte dieses Buch genau das Richtige für euch sein.
Ich möchte euch heute das Buch „Geometrie der Kabbala“ vorstellen. Es ist kein weiterer philosophischer Essayband zum gemütlichen Schmökern, sondern eine eingehende Untersuchung der zentralen mystischen Struktur der Kabbala – des Sephiroth-Systems. Statt abstrakter Philosophie konzentriert sich dieses Lehrbuch auf die präzise Struktur, die Geometrie, die Symbolik und die verborgenen Mechanismen des Lebensbaums.
Was euch im Buch erwartet:

  • Die Ursprünge der Struktur: Warum sieht der Baum genau so aus, und woher stammt diese Form?
  • Fundierte Symbolik: Eine systematische Analyse aller Sephiroth und der Pfade dazwischen.
  • Modellvergleiche: Warum existieren verschiedene Darstellungen des Lebensbaums, und was bedeuten sie in den jeweiligen Traditionen?
  • Tarot als Archetypen: Wie lassen sich die Tarot-Arkana dem Lebensbaum zuordnen? (Keine Wahrsagerei, sondern eine Betrachtung der Archetypen unseres Bewusstseins und ein Vergleich verschiedener Schulen.)
  • Heilige Geometrie: Die Verbindung des Sephiroth-Baums zur Merkaba, zur Frucht des Lebens und zum Metatron-Würfel.

Das gesamte Werk stützt sich auf eine tiefgehende Auseinandersetzung mit alten Quellentexten wie dem Sefer Jezirah und dem Buch Bahir. Der Aufbau ist logisch, klar und konsequent wie ein Lehrbuch gegliedert. Wer einen Forschergeist mitbringt, ist herzlich eingeladen, einen Blick ins Buch zu werfen.

Über jegliches Feedback oder eure Meinungen würde ich mich sehr freuen.

 

Lieber Herr Stanislavivsky,

Ihr Buch ist für mich eine Bereicherung meines Horizontes. Mir liegt Ihr gedrucktes Format vor.

Schade finde ich, dass es im ganzem Buch nicht eine Quellenangabe existiert. Ebenfalls fehlt das Impressum. Mir ist bewusst, dass beide Details mit einem erheblichem Aufwand verbunden sind. Beides hilfst allerdings den Leser sich ein Bild von den Aussagen im Buch zu machen. Ein Beispiel: Seite 293; dort sind zwei Abbildungen von einer Kabbala-Glyphe zu sehen, die ich bisher noch nicht gesehen habe. Ich versichere Ihnen, ich habe letzthin sehr viele Kabbala-Glyphen gesehen.

In der Glyphe (S. 293) befindet sich Malkhut unterhalb von Tiferet bzw. oberhalb von Yesod. Die hebräischen Buchstaben sind höchst eigenartig verortet und Tifereth hat den Platz von Daath eingenommen. Mehr Verschiebung geht nicht.

Das Alles kann richtig sein, doch die Quelle "Sefer ha-Yetzirah" ist da nicht so aussagekräftig. 22 Buchstaben - 32 Wege - 10 Zahlen.

Richtig ist, meine Interpretation der Kabbala-Glyphe weicht auch etwas vom althergebrachten Bild ab, wobei meine Glyphe kein Bild mehr ist, sondern ein Objekt im Raum.

Und hier wird es spannend, Ihre Darstellung zeigt ebenfalls ein Objekt. Unklar ist mir, ob es wirklich die Glyphe der Kabbala ist.

Beste Grüße Uwe Hartmann

Lieber Herr Hartmann,

danke, dass Sie sich mit meinen Ideen beschäftigt haben.

Zu der Abbildung auf Seite 293 möchte ich Folgendes sagen: Hat sie einen direkten Bezug zur klassischen Kabbala? Nein. Es ist ausschließlich meine persönliche Interpretation von Ideen, die in der klassischen und lurianischen Kabbala existieren. Habe ich mich bei der Erstellung dieser Illustration auf kabbalistische Ideen gestützt? Ja.

Das Erste, was mich dazu bewogen hat, den Lebensbaum genau in dieser Variante darzustellen, ist der Text des Sefer Jetzira selbst. Dort gibt es klare Hinweise auf ein räumliches Modell mit 6 Siegeln in sechs Richtungen. Heutzutage wird dieses Thema von vielen erforscht, aber die meisten bleiben auf halbem Weg stehen: Sie konstruieren die Form eines Würfels oder Oktaeders und gehen nicht weiter. Das heißt, sie integrieren diese Formen nicht in das uns vertraute Baum-Diagramm, da es in diesem Fall keine klaren Anweisungen gibt, wo was platziert werden soll. Ich habe mir erlaubt anzunehmen, dass der Ort namens „Heiliger Palast“, der laut Text genau im Zentrum steht, Malkuth ist – denn sein Name wird als „Königreich“ übersetzt. Ich verstehe, dass dies ein sehr zweifelhafter Beweis ist, und diese Stelle im Sefer Jetzira kann unterschiedlich interpretiert werden.

Das Zweite, was mich dazu veranlasste, dieses Glyph genau so aufzubauen, ist das System der Igulim – ein System von Kreisen oder Sphären, das von Kabbalisten lange vor dem Entstehen des uns allen bekannten, modernen Lebensbaums verwendet wurde. In diesem System befindet sich Malkuth ebenfalls genau im Zentrum. Danach habe ich versucht, das oktaedrische System auf die Ebene mit den uns vertrauten Sephiroth zu projizieren (S. 293).

Aber dann stellt sich die Frage: Wie lässt sich argumentieren, dass Malkuth und Tiphereth nicht an ihren gewohnten Plätzen sind?

In der lurianischen Kabbala gibt es die Idee des Aufstiegs von Malkuth (der Braut) zum Bräutigam Tiphereth (Zeir Anpin). Dabei haben beide Sephiroth die Möglichkeit, sich über ihre eigentlichen Plätze zu erheben, und zwischen ihnen findet Siwug (Verschmelzung, also die Ehe) statt, wobei Da'at selbst ihnen als Ehebett dient. Das ist eine recht bekannte Idee in der Kabbala, ihre Wurzeln liegen im Sohar. Detailliert beschrieben wird dieser Prozess in den Werken von Chaim Vital, dem Schüler des Arizal (Shaar HaYareach und Shaar HaKavanot).

Hier stellt sich wiederum eine andere Frage: Wird dieser Prozess genau so dargestellt wie auf meinem Glyph? Um ehrlich zu sein: Nein, er wird im Grunde gar nicht grafisch abgebildet. Und obwohl das allgemein bekannt ist, nutzt man dafür trotzdem den statischen Lebensbaum, bei dem Malkuth ganz unten ist. Erst im Lernprozess wird diese Idee im Detail entfaltet und anhand des statischen Baumes erklärt.

Warum habe ich diesen Glyph also in einer solchen Variante erstellt? Ich habe versucht, von der Ebene mit den 10 Sephiroth zum Modell des Metatron-Würfels überzugehen, wo ein Modell aus dem anderen hervorgeht oder sie sich überlagern können. So wie ich es beispielsweise versucht habe, als ich von den sechs Richtungen über den Buchstaben Waw zu den 13 Sphären des Metatron-Systems übergegangen bin. Ich verstehe, dass ich möglicherweise zu wenig Informationen, Argumente oder Erklärungen geliefert habe. Ich bin mir bewusst, dass das Buch etwas voreilig und unvollkommen herausgegeben wurde – dafür gab es Gründe. Ich habe die Absicht, dies in Zukunft zu überarbeiten und diese Ideen und Konzepte ausführlicher zu erläutern.

Andererseits wollte ich dem Leser Raum für die eigenständige Erforschung dieser Themen lassen. Der Leser soll für sich selbst entscheiden können, ob diese Ideen für ihn stimmig sind oder nicht. Es sollte nicht als unumstößlicher Fakt wirken, sondern als eine Idee, die man selbst erkunden muss, damit sie zu einer persönlichen Erfahrung wird – und nicht zu einer fremden Lehre, der man einfach folgen muss.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage klären.

Mit besten Grüßen,

E. Stanislavivsky

Ja, Sie haben meine Frage geklärt. Danke für Ihre Mühe.

Wobei ich Ihnen nochmals versichern möchte, dass ich Ihnen mit meinen Anmerkungen nicht zu nahe treten wollte. Bei solch hochkomplexen Themen, wie es die Kabbala nun mal ist, finde ich persönlich jeden Hinweis hilfreich. Die Hinweise in Ihrer Antwort haben jedenfalls ein Stück weiter voran gebracht. Auch dafür ein herzliches Dankeschön, lieber Herr Stanislavivsky.

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